Anschlag auf Rudi Dutschke

Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke [1] durch drei Schüsse vor dem Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS) am Kurfürstendamm schwer verletzt.
 
Er war einer der Wortführer der Studentenbewegung in West-Berlin. Er war auch Teil der sogenannten 68er Bewegung, die u.a. die Frage der Enteignung von Grund und Boden und der Produktionsmittel in den Vordergrund stellte.
Das Jahr 1968 gab dem gesellschaftlichen Aufbruch entscheidende Signale. Während in der Bundesrepublik auch der Kampf gegen den Vietnamkrieg hier eine entscheidende Rolle spielte, war das Jahr in den U.S.A. zusätzlich durch die Attentate auf Martin Luther King und Robert Kennedy gekennzeichnet.
Am wirksamsten und langanhaltendsten waren sicherlich die Auswirkungen auf die Frauenbewegung und im Bereich antiautoritäre Erziehung. Kampagnen gegen den § 218 ab 1971 gehören zu den direkt folgenden und der erste autonome Kinderladen wurde 1972 in Berlin gegründet. 
Aus der Sicht von heute wäre eine Enteignung von Grund und Boden sicherlich wieder aktuell, aufgrund der hohen Mietpreise. 
Als Ironie des Schicksals kann der Anschlag auf den  Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. April 2017 gewertet werden; aus rein ökonomischen Gründen, wie sich später herausstellte.
Ein Verdienst Dutschkes ist es, dass er sich gegen den von der RAF propagierten „bewaffneten Kampf“ aussprach. Stattdessen rief er die Studenten zum „Marsch in die Institutionen“ auf, um dort Veränderungen im Sinne der Ideen der 68er Bewegung zu bewirken.
Rudi Dutschke starb am 24. Dezember 1979 in Aarhus (Dänemark) an den Spätfolgen der Schüsse.
 
Am morgigen Mittwoch findet eine offizielle Gedenkveranstaltung statt. [2]

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