Umbau des Olivaer Platzes – eine fast unendliche Geschichte

Zeichnung, wie der Olivaer Platz später aussehen soll Seit dem Wettbewerb zur landschaftsplanerischen Umgestaltung des heruntergekommmenen Platzes sind inzwischen sieben Jahre, zahlreiche Anwohnerversammlungen, Diskussionen, Workshops, Ausschusssitzungen sowie nicht mehr mitgezählte Anfragen und Anträge in der BVV  ins Land gegangen. Das bezirkliche Kinder- und Jugendparlament hatte sich ebenso wie der seinerzeitige Ausschuss für Gender Mainstreaming, aber auch die Polizei mit Anregungen eingebracht. Zeitweise bis zu drei Bürgerinitiativen standen sich mit unterschiedlichen Vorstellungen gegenüber und einen halbwegs zufriedenstellenden Kompromiss zu finden war quasi unmöglich. Der westliche Teil des Platzes, für den kein Bebauungsplanverfahren nötig war, ist seit ein paar Monaten eine Baustelle und der östliche Teil umstritten wie eh und je.

Podium mit Vertretern von BVV, Bezirksamt, ARchitekturbüro und GrünflächenamtDazu fand also heute eine erneute Einwohnerversammlung in der Robert-Jungk-Oberschule statt, bei der der aktuelle Planungsstand gut 100 Interessierten, darunter Vertreter aller derzeit in der BVV vertretenen Parteien, vorgestellt wurde. Mancher Baum wird nicht gefällt, Pflanzen wurden eingesammelt und bis zum Wiedereinbau von der Bezirksgärtnerei gepflegt,  die in die Jahre gekommene Pergola wird repariert und später wieder aufgestellt, ebenso die baufälligen Klinkermauern. Bänke, Lampen, Mülleimer (Modell Gärten der Welt), Tischtennisplatte, Skulpturen und mehr wurden dargestellt.

In der folgenden Diskussion ging es gleich um die Spielplätze, die nun doch – und zu meiner Freude – dezentral angelegt werden sollen. So war es ursprünglich auch einmal vorgesehen gewesen. Daran konnte oder mochte sich wohl kaum jemand erinnern und die üblichen, teilweise kleinlichen und gefühlt 100 mal gehörten, Bedenken wurden geäußert. Im Detail stehen sie jedoch noch nicht fest und wir verfolgen den Fortgang, auch um weiterhin hartnäckig auf unsere alte Forderung nach deren Inklusivität hinzuweisen.

verschiedene Pläne des Platzes auf Tischen und an der Wand Aus der Darstellung war zu entnehmen, dass am Ende mehr unversiegelte Flächen entstehen als vorher vorhanden. Der Anteil an Wiese wird vergrößert, die Staudenflächen werden erweitert,  nur das Strauchwerk wird weniger. Gleichwohl ergaben sich reichliche Einwände, insbesondere von Seiten der Bürgerinitiative, die am liebsten alles – wirklich alles! – so ließe wie bisher. Wie der Vertreter des Grünflächenamts beschrieb, würde auf Artenvielfalt geachtet, alleine schon im Hinblick auf den sich bereits abzeichnenden Klimawandel und die sich daraus ergebenden etwas veränderten Anforderungen. Nicht jede Pflanze gedeiht an jeder Stelle gleich gut und die vorgesehenen Pflastersteine würden auch in Bereichen gelegt, an denen ohnehin nichts gedeihen könnte, z. B. im tiefen Schatten der alten Bäume.

Plan der Baumfällungen und NeupflanzungenZwar wurde das Wort Parkplätze kaum erwähnt, man konnte es jedoch durch manche der vorgetragenen Bedenken durchhören. Dass einige der Kritiker die Architektin, den Herrn vom Grünflächenamt, wie auch Stadtrat Schruoffeneger und Frau Hansen kaum ausreden ließen und einzelne meinten, unhöflich werden zu müssen, trug zur Sachlichkeit wenig bei. Dennoch trauten sich nach und nach auch Leute aus der Umgebung zu Wort, die den Umbau begrüßten und sich schon auf die Fertigstellung freuten. Eine Dame beschrieb sogar, dass sie sich bereits jetzt beim Durchqueren des Platzes viel sicherer fühle.  So ein öffentlicher Platz wäre halt auch kein eigener Schrebergarten und dass nicht allen alles gefallen würde, ließe sich nicht vermeiden. Übrigens dürfen Hunde, wie in allen Grünanlagen, auch später auf dem Platz spazieren gehen.

Am Ende kamen noch Vertreter der aktuellen BVV-Fraktionen – warum eigentlich? – dran. Sie zeigten sich teilweise sehr redefreudig und nicht alle waren gleichermaßen gut mit dem Thema vertraut.

Ab 28.05. wird der Bebauungsplan für den östlichen Teil des Platzes im Rathaus ausliegen. Dann haben alle daran Interessierten die Gelegenheit  noch einmal Einblick zu nehmen und ihre Anmerkungen dazu abzugeben. Alles, was schriftlich eingereicht wird, soll anschließend auch dokumentiert werden.

Plan der Bepflanzung von Baumscheiben mit geretteten PflanzenTeil eines Planes des PlatzesPlan mit Baumbestand

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