German eSports Summit 2018 auf der Games Week – eine Nachlese

 
Bericht von Christian Stornowski, eSports Beauftragter der PIRATEN Berlin
Vom 23. -29. April fand die Games Week[1] in Berlin statt. Das erste Mal im Jahr 2007 hieß sie noch „Deutsche Gamestage“. 
Der  German Esports Summit ist die zentrale Tagung des  organisierten  eSports in Deutschland und nimmt in ihrem Programm  aktuelle  Herausforderungen und zentrale Fragen auf, um sie mit  Vertretern aus  dem organisierten eSport, Sportverbänden, Politik,  Sponsoren und Medien  zu erörtern. Sie war Teil der #gamesweekberlin. 
Die  Tagung wird durch den eSport-Bund Deutschland (ESBD) in  Kooperation  mit Freaks 4U Gaming ausgerichtet. Produziert wird die  Konferenz durch  Booster Space. Der German Esports Summit wird gefördert  durch das  Medienboard Berlin-Brandenburg. 
Am  26.4.2018 um 13 Uhr fand der 1. eSport Summit im Säälchen  (Holzmarkt)  in Berlin Friedrichshain statt. Das Thema der Veranstalltung  war die  aktuelle Situation des eSports. Es war ein bunt gemischtes  Publikum. 
  Bereits vor  13 Uhr gab es Gespräche über   Vereinsbildung und dessen Probleme, wobei hier besonders  Förderung und   Gemeinnützigkeit genannt wurden. So ist es nicht möglich einen Verein nur  für  eSport zu gründen und Förderung zu bekommen; daher läuft der eSport  bei  anderen Vereinen als Sparte mit. 
Nach der Begrüßung durch u.a. Hans Jagnow vom ESBD wurde die Geschichte von Freaks 4U Gaming vorgestellt und dessen  Einfluss im  eSport; so gestalten sie z.B. bei Prosieben den eSport Bereich  mit.
Dr. Jens Zimmermann (SPD) sprach über den eSport Passus im   Koalitionsvertrag der  die Anerkennung des eSports als Sport beinhaltet,
Die Keynote von Prof. Dr. Thomas Borchert von der Universität Leipzig war sehr fachterminologisch und stellte einen krassen Gegensatz zur Veranstaltung dar. Er beleuchtete neben der Geschichte des eSports vor allem die gegenwärtigen strukturellen Probleme im Bereich der Vereine und deren Mitgliederanzahl, die laut DOSB Satzung für eine Anerkennung als Sport nicht ausreicht. Ebenfalls benannte er die auch der Piratenpartei bekannte hochgradige Kommerzialisierung als ein weiteres Problem.
 
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion befand Christian Sach vom DOSB, dass es nicht so relevant sei, ob eSport dem Sport gleichgesetzt wird.  „Der soziale Aspekt im Sport ist eher ein   Nebenprodukt.“ Diese Aussage  von  Herrn Sach in  der  Podiumsdiskussion  fand ich etwas merkwürdig,  denn eine gut  funktionierende  Sportmannschaft braucht für mich einen  sozialen  Aspekt. Zum Schluss  sagte Maurice ‚Amazing‘ Stückenschneider, ein  eSportler,  dass ihm  Förderungen und Trainerunterstützung am Anfang  seiner Karriere  gefehlt  hätten. 
Die  Diskussionen  beim 2. Podium waren stark durch Daniel Schmid  (Hertha  BSC) und Jan Dominicus (SK Gaming) geprägt. Herr Schmid berichtete über die  Geschichte des eSport bei Hertha BSC und dessen  Gründung der eSport  Akademie. Hertha BSC kam durch den  Medienandrang und die  positive Resonanz bei den Jugendlichen zum eSport.  Durch die Akademie  können sie den eSport nebenher laufen lassen ohne  sich stark darauf zu  konzentrieren. Doch eine Vision, wie es weiter  gehen soll und was sie  damit vorhaben, haben sie nicht. SK Gaming zieht hier mit dem 1. FC Köln  eine ganz andere Strategie auf.  Der 1. FC Köln hat das gesamte  Spektrum von SK Gaming übernommen und  bietet, wie Hertha BSC, nicht nur  FIFA an. 
Schlussthema waren die Aussichten des eSports.  Frau  Kristina Herbst von der CDU sieht den eSport in 5 Jahren in einem   rechtlich komplett geklärten Umfeld und deutsche bundesweite   Meisterschaften. Hans Jagnow vom ESBD sieht den eSport in 5 Jahren  komplett integriert im  Alltag, ähnlich wie das Spielen mit analogen  Spielen. Jan-Hendrik Heuschkel von Freaks 4U Gaming sieht eSport in 5  Jahren   immer noch als stark technisch geprägt an. Mobiles Gaming und  vielleicht  Virutal Reality und Augmented Reality werden stärker  aufkommen und den  Sport prägen. 
Fazit: Der e-Sport ist auf einem guten Weg, es bleibt aber auch noch einiges zu tun.
Quellen:

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