2. Juni – Ein Jahrestag wie kein anderer

Am 2. Juni 1967 wurde Benno Ohnesorg in unmittelbarer Nähe der Deutschen Oper erschossen. Sein Tod setzte damit eine Reihe von Ereignissen in Gang, die in die Studentenunruhen oder auch 68er Bewegung mündeten. Begonnen hatte dieser Prozess aber schon viel früher auf der politischen Ebene.

Seit 1960 versuchte die SPD in der Außenpolitik eine gemeinsame Basis mit der CDU zu finden, so z.B. mit der Rückkehr zur Ostpolitik Kurt Schumachers, die von einer eher anti-sowjetischen Haltung geprägt war, hin zu einem eindeutigen Bekenntnis zur West-(U.S.A.-) Orientierung. Innen-und parteipolitisch kam es zu einer Abgrenzung des marxistischen Flügels. Dies führte 1960 zum Bruch mit dem „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“ (SDS), der dann in den Studentenunruhen der 60er Jahre eine zunächst dominante Rolle spielte.

 

Die  Studentenproteste  führten auch zu einer  Auseinandersetzung um die Grundlagen des Staats- und  Gesellschaftsaufbaus und zur Organisation einer neuen kommunistischen   Partei am 26.09.1968 in Frankfurt/M. (Die KPD war 1956 verboten worden).

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums entstand eine neue, weit rechts orientierte Partei, die 1966- 1968 spektakuläre Erfolge bei Landtagswahlen erringen konnte und innen-und parteipolitisch de Aufmerksamkeit auf sich zog: die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD). Bei den Landtagswahlen erreichte sie  z.B. in Hessen 1966 7,9% Stimmanteil, in Bayern 7,4% und 1967 in Rheinland-Pfalz 6,9%.

 

 

Die Jahre 1967 – 1969 brachten innenpolitisch durch die seit  Juni 1967 verstärkten Studentenunruhen eine große Herausforderung für die Bundesrepublik mit sich. Die damals 1. Große Koalition und das Fehlen einer wirksamen Opposition riefen die Außerparlamentarische Opposition (APO) auf die Szene.

 

Teil der Studentenunruhen war auch der Widerstand gegen die enge Verbindung von Leistungsprinzip und ökonomischem Prinzip, besonders umfassend formuliert von Herbert Marcuse. Die Entwicklung der Bundesrepublik rückte weiter von marxistischen Positionen ab, es gab keinen marxistischen Flügel in der SPD und den Gewerkschaften mehr. Marxistisch orientierte Gesellschaftswissenschaftler waren eine Ausnahme, so z.B. die Frankfurter Schule der Soziologie, die auch an Marx orientierte Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft und ihrer alles bestimmenden Tauschverhältnisse.
Stellte in der Großen Koalition von 1966-1969 die CDU/CSU aufgrund ihres Stimmenanteils bei der Wahl von 1965 noch die Mehrzahl der  Minister und den Bundeskanzler, so brachte das Ergebnis der Wahlen von 1969 die Ablösung der CDU von der Regierung und Willy Brandt mit dem Slogan „Mehr Demokratie“ wagen als Bundeskanzler. 

 

 

 

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