Mrz 23

Internationaler Tag gegen Rassismus

Am 21. März war der internationale Tag gegen Rassismus, u.a. mit Veranstaltungen im Haus Pangea.  

Warum an diesem Tag?

Meist zeigt sich Rassismus weniger offen und deutlich wie damals im Südafrika, wo  berechtigte Proteste gegen die diskriminierenden Pass-Gesetze am 21. März 1960 im  Massaker von Sharpeville [1] einen blutigen Höhepunkt mit 69 erschossenen und  zahlreichen verwundeten Demonstranten fanden. Es war dies der Anfang vom  Ende des Apartheid-Staates [2], etwas mehr als 30 Jahre später. 

Ach ja, Südafrika, damals. Bei uns gibt es keinen Rassismus, wir haben doch das  Grundgesetz und vor allem dessen Artikel 3, der Diskriminierung verbietet. Ist damit  das Problem gelöst? Wirklich? 

Mit Sicherheit nicht. Nicht so lange nichtdeutsch klingende Nachnamen dazu führen,  dass der Job oder die Wohnung „leider schon vergeben“ sind. Nicht, so lange  Menschen mit schwarzen Haaren oder einer dunkleren Hautfarbe als Erste kontrolliert  werden. Nicht, so lange Kinder, die nicht in soundsovielter Generation in Deutschland  leben, in der Schule strenger beurteilt werden. Und auch nicht, so lange Menschen,  die vom Aussehen her weniger hell sind, ständig gefragt werden, ob sie Deutsch  sprechen, woher sie kommen und wann sie wieder in die Heimat fahren würden.  Ebenso nicht, wenn zwar Deutsche, die seit Jahrzehnten weit entfernt leben, hier  wählen dürfen, genauso lange hier wohnende und arbeitende Leute davon  ausgeschlossen sind.
 
Gleichzeitig erleben wir in den letzten Jahren, wie Feindlichkeit gegen Menschen  nichtdeutscher Herkunft zunimmt und anscheinend salonfähig wird. Zwar werden  nicht mehr direkt Haut- und Haarfarben genannt, Verachtung und Ablehnung werden  lieber als Bedenken und Ängste verkleidet und es wird von Kulturen, Mentalitäten  und Religionen schwadroniert. „Wir sind ja keine Rassisten, aber ….“ lautet eine  beliebte Umschreibung. Zahlreiche Gewalttaten, die aus so einer Haltung heraus  befördert werden und manches Wahlergebnis widersprechen dem allerdings. 

Andererseits zeigen Umfragen immer wieder, dass sich ein überwiegender Teil der  Menschen bei uns gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Menschenverachtung und  Hass ausspricht. Auch wenn sie weniger laut und auffällig sind als die anderen, geben  sie Hoffnung. Mit ihnen gemeinsam wollen wir PIRATEN uns weiter einsetzen, dass  der von der UNO 1966 ausgerufene Internationale Tag gegen Rassismus in näherer  Zukunft ein Freudentag wird, an dem Kinder erst im Internet suchen müssen, was  denn dieses Wort „Rassismus“ einst bedeutet hat. Schließlich wissen wir doch, dass  alle, wirklich alle, Menschen von einer kleinen Schar gemeinsamer Vorfahren  abstammen, die sich vor rund 2 Millionen Jahren in Ostafrika auf den Weg gemacht  hat, ihre weitere Umgebung zu erkunden. 

Autorin: Marlene Cieschinger

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